Hartz IV im Netz  
KOMMENTAR
31. Januar 2010

Kommentar zu: BILD über "DEUTSCHLANDS FRECHSTEN ARBEITSLOSEN" -
Arno Dübel, Hamburg


Faulheitsdebatte -
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Vorurteil ist "Medienwahrheit": Faulheit & Aktivieren in der Presse
In den meisten Medien wird die Vermutung soziale Hängematte entgegen den sozialwissenschaftlicher Erkenntnis seit Jahren als Tatsache angesehen, andere Erkenntnisse ignoriert und ein Aktivieren von Erwerbslosen als notwendige Maßnahme hingestellt.
In diesem Beitrag Beispiele dafür, wie sich die "Gesellschaftswahrheit" ihren Weg durch die Medien gefräst hat und heute noch öffentlich verbreitet wird ...
Ausgewählte Meldungen bis Ende 2009
Related links:

Gesamtübersicht

Netzaktion Faulheitslüge
Mythos lebt: Beispiele aus fast zehn Jahren

Im Kommentar 'Das Märchen von ..' wird gezeigt, das die soziale Hängematte, Armuts- oder Sozialhilfe entgegen der Meinung in der sog. Standardökonomie kein Massenphänomen ist, im Wesentlichen ein Vorurteil ohne tatsächlichen Gehalt. Erstveröffentlich wurde Kommentarbeitrag auf der MALZ-Gesundheitsseite im April 2006. Seitdem gab es sehr wohl auch anderslautende Zeitungsartikel, Beiträge und Meinungsäußerungen.

Aber, dieser Mythos hat weiter Bestand, erscheint immer wieder in Artikeln und Kommentaren der Medien, wird den LeserInnen unkritisch als Faktum präsentiert!
Zuletzt wurde diese "Gesellschaftswahrheit" besonders plakativ ins Licht der Öffentlichkeit gerückt durch den FDP-Vorsitzenden Westerwelle, inzwischen Bundesaußenminister! So geschehen erst vor wenigen Monaten während des Bundestagswahlkampfes im September 2009.
Nach der Wahl mit dem Vorschlag des FDP-Bürgergeldes inhaltlich wiederholt.

Soeben, während des Editierens dieses Beitrages wird die folgende Nachricht bekannt ..
Arbeitsministerin von der Leyen:
Wer nicht arbeiten will, soll härter bestraft werden


Kommentar dazu: "Das ist kein Zufall oder reines Versehen. Dieser Wahnsinn hat Methode."

Foto: dpa


10. Januar 2010

BILD online -
Wer nicht arbeiten will, soll härter bestraft werden
Sanktionen sollen konsequenter angewendet werden


Zitat Schlagzeile:
"Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (51, CDU) hat sich dafür ausgesprochen, die Sanktionen gegen arbeitsunwillige Hartz-IV-Empfänger konsequenter anzuwenden. .."

Zitat zweiter Absatz:
"Die Arbeitsministerin kündigte an, künftig genauer hinzusehen, wenn jemand nicht arbeiten wolle. Von der Leyen sagte weiter: „Wir werden es nicht akzeptieren, wenn jemand ohne nachvollziehbaren Grund nicht oder nur wenige Stunden arbeitet.“"

Zitat vierter Absatz:
"Hartz IV sei eingeführt worden, damit nicht mehr Millionen Menschen in die Sozialhilfe abgeschoben würden, sondern damit jeder, der arbeiten könne, auch eine Chance bekommt. Von der Leyen sagte weiter: „Gleichzeitig gilt: Wer Geld von der Gemeinschaft bekommt, muss auch was dafür tun.“" .. weiterlesen


ANMERKUNGEN:
Für Meldungen ab Januar 2010 ist ein
neuer Übersichtbeitrag angelegt worden.
Siehe den Kommentar dort zur Äußerung
der Bundesarbeitsministerin.


21. Dezember 2009

RP online -
Wirtschaftsweiser will
Hartz IV um 30 Prozent kürzen


Zitat Schlagzeile ff.:
"Der Vorsitzende des Sachverständigenrats der Bundesregierung, Wolfgang Franz, fordert eine grundlegende Reform der Hartz-IV-Gesetze. Das Arbeitslosengeld II müsse zu einem Kombilohn ausgebaut werden, sagte Franz unserer Redaktion mit Verweis auf ein Reformmodell des Sachverständigenrats. "Es beinhaltet als Kernstück eine Absenkung des Regelsatzes um 30 Prozent und gleichzeitig bessere Hinzuverdienstmöglichkeiten." ..

So soll das Arbeiten attraktiver und das Nichtarbeiten unattraktiver gemacht werden." .. weiterlesen


5. September 2009

Die Welt -
Westerwelle wettert gegen "bezahlte Faulheit"
Sozialleistungen

Zitat Schlagzeile:
"Arbeit muss sich wieder lohnen" lautet ein Wahlkampf-Slogan der FDP. Guido Westerwelle hat jetzt angekündigt, im Falle einer Regierungsbeteiligung nach der Wahl stärker gegen Missbrauch von Sozialleistungen vorzugehen. "Es gibt kein Recht auf staatlich bezahlte Faulheit", sagte er FDP-Vorsitzende." ..

Zitat Erster Absatz:
Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle will bei einem Wahlsieg Korrekturen in der Sozialpolitik vornehmen. „Die Treffsicherheit des Sozialstaates muss größer werden“, sagte Westerwelle der „Saarbrücker Zeitung“.

Zitat Zweiter Absatz:
Er betonte: „Es gibt kein Recht auf staatlich bezahlte Faulheit.“ So sei es unerträglich, wenn manche Arbeitslose in Talk-Shows erklärten, sie lebten vom Sozialstaat und arbeiteten schwarz und gleichzeitig das normal arbeitende Publikum beschimpften. „Die werden bei uns kein Geld bekommen.“" .. weiterlesen


19. März 2009

rbb Kontrase -
Fragwürdige Hilfe – Hemmen Lebensmittelspenden die Eigeninitiative?


"Lebensmittel-Tafeln und Suppenküchen verzeichnen einen enormen Zulauf in ganz Deutschland. Helfen Lebensmittelspenden den Weg aus der Armut zu finden oder hemmen sie die Eigeninitiative der Menschen?" .. weiterlesen


ANMERKUNGEN:
.. folgt.


27. Juli 2008

Anne Will -
Kein Geld für Drückeberger - ist jeder Job besser als keiner?

Zitat erster Absatz:
"Bei diesem ehrgeizigen Ziel müsse man besonders drei Gruppen fordern und fördern: Langzeitarbeitslose, Menschen ohne Ausbildung und Migranten. Unter anderem müssten Geringqualifizierte endlich einen Einstieg in die Arbeitswelt finden, notfalls auch mit Niedriglöhnen."

Zitat zweiter Absatz:
Mehr verlangen von denen, die seit langem ohne Job sind, das will auch Wirtschaftsminister Michael Glos. Sein Vorschlag: Langzeitarbeitslose sollten zur Arbeit für das Gemeinwohl verpflichtet werden. Auch Heinz Buschkowsky, SPD-Bürgermeister in Berlin-Neukölln, dem bundesweit bekannten "Problembezirk" mit hoher Arbeitslosenquote, findet, zu viele Bürger hätten sich in einem vom Staat finanzierten Leben eingerichtet. Er ist überzeugt: Fördern geht nicht ohne fordern."

Zitat dritter Absatz:
"Kann mehr Druck so genannte "Hartz-IV-Karrieren" verhindern? .." .. weiterlesen


ANMERKUNGEN:
Die wissenschaftliche Erkenntnis in der Sache wird ignoriert. Die Formulierung des Titels verleitet dazu, die formelle Frage Drückeberger als Tatsache anzusehen.
In der Summe wird das Vorurteil Hängematte gefördert.
Die Anfrage eines Sozialbündnisses wurde bis heute nicht beantwortet. Kurz vor der Sendung hatte OWLgS die Anne Will-Redaktion u.a. von der "Hängematte-Studie" aus Leipzig in Kenntnis gesetzt.


7. Juli 2006

Spiegel -
Bundesrat winkt Verschärfungen durch
Hartz-IV-Reform

Zitate:
"Der Druck auf Arbeitslose wächst: Der Bundesrat hat den Weg für schärfere Sanktionen gegen arbeitsunwillige Langzeitarbeitslose freigemacht. ...

Da aber das Gesetz "von manchen Leuten schlau genutzt" werde, wolle die Regierung mit der Korrektur solche "Dehnungen" abstellen.

Die Sanktionen gegen arbeitsunwillige Leistungsbezieher werden verschärft: Wer innerhalb von zwölf Monaten drei Mal eine Stelle oder Qualifizierung ablehnt, muss mit einer Streichung aller Zahlungen rechnen. Lediglich Sach- oder geldwerte Leistungen wie etwa Lebensmittelgutscheine werden dann noch gewährt." .. weiterlesen


14. Mai 2006 (Erstellungsdatum)

Wikipedia -
Aktivierende Sozialhilfe

Zitat Absatz Zugrundeliegende Ursachenanalyse:
"Daraus schlussfolgert Sinn, dass offenbar das aus seiner Sicht zu großzügige System der Lohnersatzzahlungen in Deutschland eine größere Spreizung der Lohnskala im Niedriglohnbereich verhindert hat, welche Voraussetzung für eine höhere Beschäftigungsquote bei Geringqualifizierten wäre." .. weiterlesen

Zitat Absatz Kritik am bestehenden Lohnersatzsystem:
"Am bestehenden Sozialhilfesystem kritisiert Sinn insbesondere dessen beschäftigungshemmenden Effekt. Lohnverhältnisse, die auch mit aufstockendem ALG II ein Nettoeinkommen nur geringfügig über Sozialhilfeniveau schaffen, kommen durch das bestehende Lohnersatzsystem de facto nicht zustande. Dies ist für Sinn der Hauptgrund für die im internationalen Vergleich signifikant hohen Arbeitslosenquote von Geringqualifizierten." .. weiterlesen

Zitate Absatz Das Modell der aktivierenden Sozialhilfe:
"Damit diese Senkung wirklich nur Arbeitsunwillige trifft und ...

Die Konkurrenzsituation zwischen dem Sozialstaat und privaten Arbeitgebern wird durch das Lohnergänzungssystem beseitigt." .. weiterlesen


16. August 2005

Die Welt -
Von der Versuchung sich
auf fremde Hilfe zu verlassen

von Gerd Habermann
Polemisches Soziallexikon

Zitat letzter Absatz:
"Soziale Hängematte. Zutreffendes Bild für die Tatsache, daß in Systemen mit umfassender Versorgung durch den Staat die Versuchung stark ist, sich mehr auf Fremdhilfe als auf Eigeninitiative zu verlassen und sich auszuruhen. Es ist die Gefahr aller zu üppig bemessener oder zu leicht gewährter Sozialhilfe, daß sie die Menschen immobilisiert, der Arbeit entwöhnt und erschlaffen läßt. So kann auch die gute Staatsversorgung alleinstehender Mütter dazu führen, diesen Zustand erstrebenswert zu machen und so ihre Zahl zu vermehren; ebenso "Arbeitslosigkeit", wenn sie durch hohe Lohnersatzeinkommen, Freizeitpotential und den Chancen zur Erzielung zusätzlicher Einkommen in Schwarzarbeit attraktiv geworden ist." .. weiterlesen


2001 / 2002

Webprojekt -
'Es gibt kein Recht auf Faulheit!'

Zitat Absatz KEIN SIEG IN SICHT!:
"Der Kampf für mehr Gerechtigkeit ist allerdings noch lange nicht gewonnen: Immer noch gibt es viele (nicht alle!) Mitbürger, die zwar gerne Geld vom Staat kassieren, jedoch zu keinerlei Gegenleistung bereit sind. ...

Auf den Einsatz von Sozialhilfeempfängern hatte man laut Grünflächenamt im Bezirk verzichtet, denn "die kommen bei uns sowieso nicht".
In Marzahn war man dagegen mutiger: Man hat 60 Sozialhilfeempfänger angefordert, um zu helfen. Einer ist sogar erschienen.
Wie gut, dass nach dem Krieg, als die Kartoffelkäfer die Ernte bedrohten, die Moral der Deutschen noch eine andere war. Sonst wären wir alle verhungert."

Zitat Absatz EFFENBERG HAT IMMER NOCH RECHT! :
"Kritik an diesen unhaltbaren Zuständen ist deshalb nach wie vor nicht nur erlaubt, sondern dringend notwendig. Effenberg hat zudem seine Aussagen ganz in unserem Sinne konkretisiert: "Ich habe nicht die Menschen gemeint, die sich wirklich anstrengen. Sondern diejenigen, die einfach Arbeitslosenunterstützung beziehen und sich überhaupt nicht bemühen. Wer das falsch verstanden hat, versteht es vielleicht jetzt." .. weiterlesen


6. April 2001

Manager Magazin -
Gerhard Schröder "Es gibt kein Recht auf Faulheit"

Zitat Schlagzeile:
"Nach Ansicht des Bundeskanzlers gehen die Arbeitsämter viel zu zimperlich mit den Arbeitslosen um, die bereits einen Job abgelehnt haben."

Zitat erster Absatz:
"Hamburg/Berlin - Bundeskanzler Gerhard Schröder hat die Arbeitsämter aufgefordert, härter gegen arbeitsunwillige Erwerbslose vorzugehen. Der "Bild"-Zeitung sagte der Kanzler: "Es gibt kein Recht auf Faulheit in unserer Gesellschaft." Wer arbeiten könne, aber nicht wolle, könne nicht mit Solidarität rechnen."

Zitat zweiter Absatz:
"Er verwies darauf, dass bereits jetzt die Unterstützung gekürzt werde, wenn ein Arbeitsloser einen zumutbaren Job ablehne. "Das ist richtig so. Ich glaube allerdings, dass die Arbeitsämter die entsprechenden Möglichkeiten noch konsequenter nutzen können", fügte der Kanzler hinzu." .. weiterlesen


18. Mai 2000

NDR Redaktion Panorama -
Stütze statt Stress -
Soziale Hängematte Deutschland

Anmoderation PATRICIA SCHLESINGER:

Zitat erster Absatz:
"In Deutschland ist weitgehend dafür gesorgt, dass Kranke und Schwache in ihrem Leben zurechtkommen, und das ist auch sehr gut so. Deutschland gilt als Weltmeister der Wohlfahrt. Das ist eine Errungenschaft, um die uns die Bürger vieler Länder beneiden. Der Sozialstaat des rheinischen Kapitalismus beruht auf einem breiten Konsens, abschaffen will ihn ganz sicher niemand. Aber wenn das soziale Netzt flächendeckend als Hängematte benutzt wird, wenn sich viele, zu viele auf Kosten der Allgemeinheit ein bequemes Leben machen und die Regularien der Arbeits- und Sozialämter solchen Missbrauch allzu einfach gestalten, dann erweist sich der Wohlfahrtsstaat als Utopie. Was noch immer fehlt, ist eine umfassende Sozialreform, und solange da nichts geschieht, sieht die Realität auch weiterhin so aus, wie Nicola von Hollander und Anja Reschke zeigen." .. weiterlesen

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Updated  Thursday, January 14, 2010    Written by hartz4in/dm    329  reads

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