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SOZIALES DORF: Gesundheitsgedanke



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Der Gesundheitsgedanke
Hintergründe & Eigenschaften der Präventionsidee ... Am Anfang der Projektidee stand die Vorstellung, daß es für gesundheitlich belastete Langzeiterwerbslose sehr hilfreich sein kann, in Gemeinschaft Gleichgesinnter auf einem Bauernhof zu leben. Der Anbau in ökologischer Landwirtschaft gewährleistet eine gesunde Ernährung, eine natürliche Wohnatmosphäre hilft, das inneres Gleichgewicht wiederherzustellen und Angebote an festen Arbeitsplätzen auf dem Hof zum (Wieder-)aufbau des Selbstbewußtseins sind auch vorhanden - zum Absatz Gesundheitsprojekt

Viel Leidensdruck, großes Problem:
Langzeiterwerbslose gesundheitlich schwer
belastet

Schon seit Jahren ist bekannt, daß Arbeitslosigkeit und Armut krank machen. Je länger der Zustand andauert, desto schwerwiegender und anhaltender sind die gesundheitlichen Folgen.
Die Probleme verursachen dabei Hoffnungslosigkeit, Frustration und Enttäuschungen - Resignation, fehlendes Selbstvertrauen sowie eine allgemeine Lebensschwäche sind die Folgen, dauerhafte körperliche Beschwerden kommen meist erschwerend hinzu.

Fatal für die Betroffenen wirkt sich das Hohe Maß an gesellschaftlicher Diskriminierung aus. Durch Vorurteile und einseitige Mediendarstellungen werden aus Leidtragenden Schuldige, faule Arbeitslose, Sozialschmarotzer, die den Staat nur belasten oder ihn sogar betrügen. Da werden Einzelpersonen medienwirksam als Faulheitsbeweis herausgestellt - ohne Berücksichtigung von erkennbar anderen Ursachen als zu bequem und arbeitsscheu. Daß die meisten mangels Arbeitsplätzen einfach keinen Job bekommen, wird dabei nur zu gern außer Acht gelassen.

Nicht wenige setzen sich in Erwerbsloseninitiativen engagiert sozial ein. Nur findet das meist nicht die notwendige materielle Unterstützung, wird schließlich zu einem Anrennen gegen Mauern des Unverständnisses.


Ein Zitat von Albert Einstein kennzeichnet die Situation treffend.
"Es ist schwieriger, eine vorgefaßte Meinung zu zertrümmern als ein Atom."

FOTO: PIXELIO / pgm

Problematisch: die aktivierenden
Maßnahmen im Sozialgesetzbuch II (SGB2)

Die sog. aktivierenden Maßnahmen im SGB2, eingeführt im Jahr 2005 mit dem Arbeitslosengeld II - besser bekannt als Hartz IV, ändern das jedoch in keiner Weise. Noch schlimmer, Arbeitsgelegenheiten (sog. 1-Euro-Jobs) und Bewerbungstrainung bewirken teilweise sogar das Gegenteil.
Kein Wunder, denn die behauptete Notwendigkeit eines Aktivierens von Arbeitslosen entbehrt jeder sachlichen Grundlage. Das wurde bereits im Jahr 2003 im Rahmen einer UNI-Studie festgestellt.
Nur, die Politik hat damals offensichtlich nicht hingehört - mit dem Ergebnis, daß mit dem SGB2 eine gesetzliche Regelung beschlossen wurde, die im Kern auf falschen Vorraussetzungen beruhen.

Doch zurück ins Jahr 2010 .. noch heute wird wider besseren Wissens am Gedanken des Aktivierens von Erwerbslosen festgehalten, was die Vorschläge aus jüngster Zeit von Ministerpräsident Koch (CDU) aus Hessen unmißverständlich zeigen.

Wie der Vorschlag von Hannelore Kraft (SPD) und ihrer Bundespartei zu verstehen ist, bleibt noch offen; bisher keine klare, eindeutige Äußerung zum problematischen Punkt Aktivierende Sozialhilfe.
Man liest stattdessen, daß nach dem Willen der Sozialdemokraten weiterhin Sanktionen gegenüber Arbeitslose verhängt werden dürfen. Auch ist weder ein Aussetzen noch Streichen des Sanktionsparagraphfen beabsichtigt wie vielfach gefordert.

FOTO: PIXELIO / geralt

Ärztetag, TKK und Sachverständigenrat:
Gesundheitsvorsorge für sozial Benachteiligte notwendig!

Auf dem Ärztetag im Mai 2005 hatten Wissenschaftler und Mediziner vor den »gesundheitlich katastrophalen Folgen« von Erwerbslosigkeit und Armut gewarnt. »Armut macht krank: Arme Menschen haben gegenüber Wohlhabenden eine durchschnittlich um bis zu sieben Jahre geringere Lebenserwartung«.

Besonders deutlich wurde das auch im Ergebnis des Gesundheitsreports 2005 der Techniker-Krankenkasse. "Das Ergebnis", so TK-Sprecherin Michaela Speldrich, "war erschütternd. Denn Arbeitslosigkeit macht die Menschen sehr krank. Vor allem psychisch krank."

Mit Nachdruck weist dann der Sachverständigenrat Gesundheit der Bundesregiergung in seinem Gutachten 2007 auf die Notwendigkeit aktiver Gesundheitsvorsorge (Prävention, genauer Primärprävention) besonders bei sozial Benachteiligten hin. Das Gutachten nennt sicher nicht zufällig die Situation (Langzeit-)Arbeitsloser an erster Stelle.
Der Rat empfiehlt darin u.a. den Besuch von Arbeitslosentreffs und kommunalen Nachbarschaftszentren als Maßnahme - auf freiwilliger Basis.
Als besonders wichtig erscheint dem Sachverständigenrat eine Entstigmatisierung von Arbeitslosigkeit. Betroffene dürfen ihre Lage nicht als selbstverschuldet erleben. Die Vorurteile in der Gesellschaft nehmen zwar ab, sind aber noch immer vorhanden.

FOTO: SVR Gesundheit


Nicht auf etablierte Regeln beschränken:
"Experimente müssen zugelassen sein."

Für die systematische Gesundheitsvorsorge bei allen Gruppen sozial Benachteiligter - Arbeitslosen, sozial benachteiligten alten Menschen, Obdachlosen sowie HIV/Aids Erkrankten - weist der Sachverständigenrat darauf hin, daß es sich um eine "notwendige, neue Schwerpunktsetzung der Gesundheitspolitik" handelt.

Man steht allerdings erst am Anfang. Es gilt Erfahrungen zu sammeln, wobei Experimente auch jenseits der konventionellen Regeln und Methoden zugelassen sein müssen.
Eine gute Dokumentation und Auswertung von Projekten der Versorgungsforschung ist ggf. notwendige Voraussetzung für Lerneffekte in der Gesundheitsvorsorge.

In welche Richtung das experimentelle Denken der Fachleute in Bezug auf Arbeitslose geht, konnte man im Absatz oben nachlesen:
Kommunale und nachbarschaftliche Treffs werden genannt, Entstigmatisierung und Freiwilligkeit der Teilnahme an Maßnahmen. Eine erfreuliche Aufgeschlossenheit gegenüber neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen - wie dieser. icon_smile

Mindener Erfahrungen

Nach den Erfahrungen der Betroffenen & Engagierten von MALZ in der Erwerbslosenarbeit sind diese Gesundheitsstörungen in aller Regel anhaltend, also chronischer Natur. In vielen Fällen kann eine Arbeitsaufnahme nach langer Erwerbslosigkeit das Gesundheitsproblem nicht beheben - es kommt zu Problemen am neuen Arbeitsplatz, da der Betroffene den Leistungsanforderungen nicht mehr gewachsen ist.

Das Gesundheitsprojekt:
Prävention für sozial Benachteiligte

BEACHTE:
Der Absatz über die Merkmale des Gesundheitsprojektes ist jetzt in diesem eigenen Beitrag wiederzufinden.


FOTO: Weserstadt-Minden.de

Erwerbslose und andere DorfbewohnerInnen

Klar, daß Errichtung und Betrieb eines Sozialen Dorfes nicht nur durch Langzeitarbeitslose erfolgen kann. Vorausgesetzt es finden sich genug Interessenten an einer Realisierung der Projektidee, soll der Aufbau durch engagierte BürgerInnen erfolgen, die ganz normal im Arbeitsleben stehen, ein Vorhaben Sozialen Dorf im Kreis Minden-Lübbecke gut finden und ein starkes Interesse haben, ein solches zu schaffen, dort zu arbeiten und / oder zu leben.

Im späteren Betrieb des Hofes ist eine Mischung von grob je zur Hälfte Langzeiterwerbslosen / vergleichbar Betroffenen und 'Ökodorf-Enthusiasten' vorstellbar. Letztere sollten bevorzugt aus den Bereichen Sozialarbeit, Öko-Landwirtschaft oder ähnlich, Naturheilverfahren, Bauwesen oder sonstigen kommen.

FOTOS: weserstadt-minden.de

MEHR INFOS

Das Projekt 'Gesundheitliche Chancengleichheit für sozial Benachteiligte' aus Berlin widmet sich im Auftrag der BZgA sehr ausführlich und kompetent (auch) dem Problemgebiet 'Arbeitslosigkeit - Gesundheit' .....

Webseite - Gesundheitliche Chancengleichheit


Die Sonderseite von MALZ zu dem Thema bietet eine Auswahl von Zeitungsartikeln, online-Beiträgen und Fachbeiträgen .....

Webseite - MALZ Gesundheitsseite
Zeitungsberichte | online | Sachtexte



AUTORENHINWEIS

Autor & Konzeptentwicklung: Detlef Müller, Minden (NRW)

Quelle: 'Soziales Dorf im Mühlenkreis' (bei Hartz IV im Netz)



Rechtshinweis: Urheberrechtserklärung | ERLÄUTERUNG: WOZU DAS GANZE ... ?

DER AUTORENHINWEIS WURDE HINZUGEFÜGT AM:
Montag, 8. August 2011




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Updated  Thursday, March 18, 2010    Written by soziales dorf    4885  reads

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