Hartz IV im Netz  
Recht und Gesetz
http://www.erwerbslos.de

Aktionen, Initiativen und Termine
http://www.deutschland-debatte.de/aufruf-zur-hilfe/

Twitter

Hartz IV im Netz
hartz4imnetz
Netzaktion
netzaktion
Regelsatz
Regelsatz
h4sanktionsstop
h4sanktionsstop



Wer ist angemeldet

18 anonymous users and 0 registered users online.

You are an unregistered user or have not logged in. You can register here.



 Printerfriendly display Printerfriendly display    

img_8736_n_b120.jpg
Soziales und Gesundheitsprojekt: Finanzierungsüberlegungen bisher
Die schwergewichtige Frage schlechthin ist, wie die Projektidee Soziales Dorf finanziert werden soll. Immerhin handelt es sich nach der neuester Überschlagsberechnung um einen Betrag von etwa 4,8 Mio. Euro pro Jahr - gerechnet auf einen Zeitraum von 20 Jahren ..
Erfahrungsgemäß werden bei solchen Zahlen selbst hartgesottene Projektoptimisten weich. Aber, Prävention bei stark gefährdeten Gruppen hat für das Gesundheitswesen einen hohen Wert.
Anmerkung: Die erste Kostenberechnung wurde bisher 3x korrigiert
Related links:

Erläuterungen
.. Kostenvorhersage


Wir vergleichen.
Grundsätzliche Überlegungen:
Volkswirtschaftlich, längerfristig und nachhaltig denken

Die ersten Überlegungen für eine Finanzierung der Idee - damals noch Ökodorf im Mühlenkreis - waren sehr unscharf. Ein 3/4 Jahr nach Einführung des vierten Teils der Arbeitsmarktreformen (Hartz IV) ist die Projektvorstellung aus dem einfachen menschlichen und sozialen Gedanken heraus entstanden, daß Menschen wichtiger sind als Geld.

Mit den Arbeiten am Thema Arbeitslosigkeit - Gesundheit und öffentlichen Diskussionen um Gesundheitsvorsorge und ein Präventionsgesetz änderte sich das. Mehr und mehr wurde deutlich, daß ein besseres Wohlbefinden aller von Arbeitslosigkeit und Armut Betroffenen auch bedeuten würde, daß die Gesellschaft eine Menge Geld im Gesundheitswesen einspart.

Echte Lösungsansätze für das immense Folgeproblem von Arbeitslosigkeit, Armut und gesellschaftlicher Ausgrenzung aber bedeuten vor allem dieses:
Man muß längerfristig und volkswirtschaftlich denken, über den Tellerrand kurzatmiger einfacher, sprich kostengünstiger, billiger Pseudolösungen hinausblicken. Nachhaltige Lösungen im Gesundheitswesen sind dabei ein unbedingtes Muss, will Deutschland einer drohenden Gesundheitsfalle namens chronische Erkrankungen - wie etwa durch den starken Anstieg von Depressionen - entgehen.
"Aber hier ist die bundesdeutsche Gesundheitspolitik bisher ein Totalausfall. Ganzheitliche alternativmedizinische Ansätze zur Behandlung von Depressionen werden weitestgehend ignoriert. Und für die Zukunft sieht's da keinesfalls besser aus." meint die Initiative.

Ein mögliches umfassendes Dauerpilotprojekt für Gesundheit, Primärprävention wie auch sekundäre und tertiäre Prävention im Gesundheitswesen ist die vorliegende Idee Soziales Dorf im Kreis Minden-Lübbecke.
"Ein Fall für finanzielles Engagement durch soziales Investment." so die Engagierten aus der ostwestfälischen Kreisstadt. Eine Aufgabe für gesellschaftliches Engagement mit großem Portemonnaie und langem Atem, wie man an den folgenden beiden Absätzen sieht ...

FOTO: Pixelio / angelsami
LETZTE AKTUALISIERUNG: 13. September 2010


Was wird das Soziale Dorf kosten ?

ENTSTEHUNGSKOSTEN, GESAMT:

Für die Überschlagsberechnung der Entstehungskosten wird von einem Sozialen Dorf für 120 Personen mit sozial-kulturellen Dorfzentrum, Ökokantine, einem größeren Hofladen, einem Zentrum für naturheilkundliche Behandlung sowie ökologischem Land- und Gartenbau ausgegangen. Dazu kommt eine Landherberge mit 60 Zimmern und ein Seminarbereich.
Alle Gebäude entstehen durch ökologisches Bauen. Die Energieversorgung erfolgt weitestgehend durch erneuerbare bzw. neue Energien.
Im August 2010 wurde ein Wohnbereich für MCS-Notfälle für 10 Personen neu in das Konzept aufgenommen. Die folgenden Berechnungen beziehen sich also auf jetzt insgesamt 130 DorfbewohnerInnen.

Die Entstehungskosten inkl. Ankauf eines bestehenden Bauernhofes mit Grundstück betragen voraussichtlich ca. 36 Mio. Euro. Bei dieser überschlägigen Kostenberechnung können Abweichungen nach oben 10% der Summe, nach unten 20% betragen.
Auf einen Zeitraum von 20 Jahren verteilt macht das einen Finanzierungsbedarf von 1,8 Mio. Euro pro Jahr aus.


HINWEISE:



.. SIND EINE SOZIALE INVESTION IN DIE ZUKUNFT!:

Die soziale Investition Gesundheitspilotprojekt ökoSoziales Dorf im Vergleich ...

KOSTEN & VERGLEICHE - Erläuterungen | Vergleiche

GESELLSCHAFTSAUFGABEN -

soziale Nachhaltigkeit | HINTERGRUND | Depressionen | Harte Fakten

FOTO: Pixelio / insektivor212
LETZTE AKTUALISIERUNG: 16. September 2010



AKTUELLE ÄNDERUNGEN

HINWEISE: Wegen der großen Projektvielfalt waren einige wesentliche Kostenpunkte bisher unberücksichtigt geblieben. Ins Konzept neu aufgenommen wurde der o.g. Wohnbereich für MCS-Notfälle.
Die jetzige neue Kostenvorhersage dürfte nach unserer Einschätzung nun alle wesentlichen Kostenpunkte beinhalten, sodaß bei Neuberechnungen der Entstehungskosten keine weitere Anpassung nach oben zu erwarten ist.


BEACHTE: Die Angaben zu den Entstehungskosten gelten unter dem Vorbehalt, daß sich im Laufe der noch nicht abgeschlossenen Weiterentwicklung der Grundstruktur nichts wesentlich ändert!


DIESER ABSATZ WIRD DERZEIT AKTUALISIERT.


LETZTE AKTUALISIERUNG: 16. September 2010


Laufende Jahreskosten

LAUFENDE KOSTEN, DORFBEREICH:

Die laufenden Jahreskosten unter Einsatz professioneller Sozial- und pädagogischer Arbeit werden nach grober Kostenrechnung mit einem Betrag von 2,3 Mio. Euro pro Jahr angegeben. Hier ist ebenfalls eine Abweichung nach oben/unten von 20% möglich.
ANMERKUNG: (derzeit keine)


LAUFENDE KOSTEN, SOZIALE BZW. SOLIDARISCHE ÖKONOMIE:

Der laufende zu finanzierende Aufwand für Beschäftigung kann hier bisher nur sehr grob eingeschätzt werden. Es wird von jährlich 700.000 Euro ausgegangen.
Bei den Sozialen Unternehmen Ökoland- und Gartenbau, Hofladen, Landherberge UND ggf. weiteren des Sozialen Dorfes sind noch grundsätzliche und Detailüberlegungen anzustellen. Eine mögliche Abweichung dieser Einschätzung nach oben bzw. unten kann daher nicht angegeben werden.


LAUFENDE KOSTEN PRO JAHR GESAMT (INKL. ABSCHREIBUNG):

Für das Zukunftslandprojekt sozial-ökologischer & ökonomischer Nachhaltigkeit Soziales Dorf ergibt sich ein Finanzbedarf von jährlich 1,8 Mio. Abschreibung Entstehungskosten + 2,3 Mio. laufende Betriebs- und Personalkosten + 700.000 Euro soziale Unternehmen.
Das ergibt einen Gesamtkostenaufwand pro Jahr von 4,8 Mio. Euro.
Bei dieser Angabe ist nach unserer Einschätzung eine max. Abweichung von plus/minus 15% möglich - Vergleich


.. UND WAS BEKOMMT DIE GESELLSCHAFT DAFÜR ?:

Was Steuer- und BeitragszahlerInnen, Krankenkassen, Wirtschaft und Gesellschaft für die soziale Investition zurückerhalten ...

PROJEKTIDEE - Pilotprojekt | Gesundheit & Vorsorge | Kurzfassung

NACHHALTIGKEIT - Soziales | Gesundheit | Natur & Umwelt | Wirtschaft

AUFGABEN - Gesellschaft | Arbeit | Entwicklung | Globale Verantwortung

FOTO: Pixelio / Havlena
LETZTE AKTUALISIERUNG: 13. September 2010


Finanzierung: "Gesundheitsprojekt
schafft Erfahrungswissen von hohem Wert!"

Nun wollen viele Projektinteressierte sicherlich brennend gern konkreter erfahren, wie das Finanzieren aussehen soll, im Klartext:

Wer soll das wie bezahlen ? .. .. eine "neue soziale Einrichtung" und das besonders inmitten knapper Staats- und kommunaler Finanzhaushalte als Folge der Krise. Da trifft man selbst bei sehr sozial denkenden Menschen auf eine gute Portion Skepsis.

Diese Frage ist denn auch vor einigen Wochen - ganz unvermittelt und im fast schon abfällig-provokativen Ton - im Gespräch aufgetaucht:
"Wie, und das alles soll ich dann auch noch mitbezahlen ???" drückte es Christine aus, eine gute Bekannte mit einer starken sozialen Lebenseinstellung. Aber, sie ist schon lange wegen der vielen Steuern und sonstigen Abgaben von ihrem monatlichen Arbeitseinkommen ausgesprochen genervt, um nicht zu sagen wütend.


Meine Antwort an Christine im Folgenden sinngemäß
wiedergegeben, sachlicher und ausführlicher formuliert :



Das Soziale Dorf ist die Idee für ein Gesundheitsprojekt der sehr wichtigen Primärprävention bei Erwerbslosen und anderen sozial benachteiligten Gruppen. Durch eine angepasste Gesundheitsvorsorge kann man hier - neben andauerndem menschlichem Leid - hohe Krankheits- und Folgekosten einsparen. Laut Sachverständigenrat Gesundheit ist es besonders bei der Primärprävention für sozial Benachteiligte notwendig, auch durch unkonventionelle Experimente Erfahrungen zu sammeln.

Darüberhinaus ist das ökoSoziale Dorf aber auch ein Gesundheitsprojekt mit dem Schwerpunkt chronische Erkrankungen allgemein, also für Nichterwerbslose, eben die ganz normal berufstätigen BundesbürgerInnen.
Mit dem Präventionsprojekt können Erfahrungswerte geschaffen werden, die für die große Zukunftsaufgabe erfolgreiche (!) Heilbehandlung chronischer Krankheiten von enorm hohem Wert sind. Denn chronische Erkrankungen nehmen weltweit wie auch in Deutschland immer mehr zu, belasten bereits das Wirtschaftswachstum!

Aber zurück zu Christine .. Meine genervte steuerzahlende Bekannte - inzwischen überzeugtes Mitglied der Initiative - ist eben wie viele andere auch Beitragszahlerin einer Krankenkasse. Als solche bekommt sie für jeden Euro an Projektkosten, den sie über ihre Steuern oder Sozialabgaben mitfinanziert, ein mehrfaches an eingesparten Behandlungskosten über den Krankenkassenbeitrag zurück.

Im Jahr 2008 betrugen die gesamten Kosten in Deutschlands Gesundheitswesen 263 Mrd. Euro. Von den Gesundheitskosten entfallen etwa 75%, also knapp 200 Milliarden Euro (!) an Ausgaben auf die Behandlung chronischer Erkrankungen.
Anhand dieser Zahl kann jeder ermessen, was für eine immense, auch volkswirtschaftliche Bedeutung wirksame Präventionsmaßnahmen haben, auch Maßnahmen der nichttherapeutischen Primärprävention, die die Entwicklung bzw. Verschlimmerung von Krankheit hemmen oder verhindern sollen. Dies betrifft besonders Menschen in Arbeitslosigkeit und Armut.

Ein paar Vergleiche (ohne Kommentar) der hier vorgestellten Projektidee mit den Kosten öffentlicher Beschaffungs- bzw. Baumaßnahmen in diesem und den folgenden Absätzen .. besonders deutlich der Vergleich mit dem Anstieg der Behandlungskosten für Depressionen in Deutschland in den Jahren 2006 bis 2008.
Bei den psychischen Erkrankungen handelt es sich leider (auch eu- und weltweit) um einen anhaltenden, längerfristigen Trend!

FOTO: Pixelio / DominoXL
LETZTE AKTUALISIERUNG: 19. August 2010


Zwei konkrete Vorschläge bisher: Ashoka und Götz Werner ...

Bisher kommen für Anfragen wegen Projektfinanzierung nach bisheriger Einschätzung zwei Organisationen bzw. Personen konkret in Frage.

ASHOKA ENTREPRENEURS: Da ist zunächst die global agierende Organisation Ashoka. Die Social Entrepreneurs von Ashoka weltweit gibt es seit dem Jahr 1980.
In ihrer Broschüre liest man: "Sie arbeiten mit neuen, durchgreifenden Ansätzen daran, ein gesellschaftliches Problem dauerhaft und großflächig zu lösen. Das ist Inhalt und Ziel ihrer Arbeit – sei es im Bereich Bildung, Familie, Umweltschutz, Armutsbekämpfung, Integration oder Menschenrechte. Ihr Anliegen ist gemeinnütziger Natur."
Wohl bekanntestes unterstütztes Projekt sind die Mikrokredite der Grameen-Bank an Frauen in Bangladesh. Der Initiator Muhammad Yunus hatte dafür im Jahr 2006 den Friedensnobelpreis erhalten.
Von Ashoka gibt es seit 2005 auch in Deutschland eine Niederlassung.

GÖTZ WERNER: Die zweite Möglichkeit ist der Unternehmer Götz Werner. Dieser ist seit einigen Jahren durch seine Kampagne für ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) bundesweit bekannt. Der Begründer der Drogeriekette dm ist gleichzeitig Leiter eines Instituts für Entrepreneuship an der UNI Karlsruhe.
Und, Werner ist einer der bekanntesten Hartz IV-Kritiker. Seine Meinung zu den Verhältnissen in Arbeitslosengeld II hatte er in einem Interview deutlich gemacht: "Hartz IV ist offener Strafvollzug".
Eine Bekannte hatte während eines Gespräch über die Projektidee spontan angeregt, doch mal beim Chef von dm anzufragen. ...


.. und eine Idee: Ethikbanken

ETHIKBANKEN: In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es inzwischen mehr als 10 sog. ethisch-ökologischer Banken. Einige davon dienen allerdings speziellen Förderzwecken bzw. sind kirchlichen Trägern vorbehalten.
So kommen noch gut eine Handvoll für die nachfolgenden Überlegungen in Frage ...

Die älteste und wohl bekannteste in Deutschland ist die GLS Bank mit Hauptsitz in Bochum. Von der ihr angeschlossenen GLS Treuhand werden fünf Zukunftsstiftungen mit den Schwerpunkten Bildung, Gesundheit, Landwirtschaft und soziales Leben sowie Entwicklungshilfe geführt. Darüberhinaus gibt es eine Stiftung für die Förderung Neuer Energien.
In ähnlicher Weise fördern und / oder finanzieren auch Triodos Bank und Ethikbank nachhaltige Ziele in mehreren Bereichen. Die Umweltbank dagegen fördert ausschließlich im Bereich Ökolologie.

In den letzten Wochen hat sich die Überlegung entwickelt, daß eine Finanzierung des Sozialen Dorfes durch ein Zusammenwirken von mehreren ethisch-ökologischen Banken machbar erscheint, und wegen deren konkreten Zielsetzungen auch vorstellbar ist.
Diese Idee ergibt umsomehr Sinn, da für die Abwicklung laufender Finanzgeschäfte des bestehenden Sozialen Dorfes die genannten ethischen Geldinstitute eh' die erste Wahl wären.

FOTO: Pixelio / RainerSturm



.. zurück zu / gehe zu(r) .. Logo Creative Commons
Finanzen | Das ökoSoziale Dorf
Soziales Dorf im Mühlenkreis | ÜBERSICHT

URL des Themenbereichs | Short-URL dieser Seite
www.soziales-dorf.hartz4-im-netz.de | bit.ly/9k5VCS

Updated  Thursday, August 19, 2010    Written by soziales dorf (finanzen)    5390  reads

 Printerfriendly display Printerfriendly display