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Nachhaltige Prävention: Gesundheit & Vorsorge im Sozialen Dorf konkret
Die ökoSoziale Dorfidee beinhaltet viele Facetten zukunftsweisender Ideen und Lebensweisen.
Ihre gesellschaftliche Bedeutung aber bekommt sie durch eine konsequent gesundheitsfördernde Ausrichtung: Prävention besonders für sozial Benachteiligte, ökologisch und nachhaltig angelegt sowie ein Schwerpunkt umfassende ganzheitliche Behandlung von Depressionen und ähnlichen seelisch verursachten Beschwerden.
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Einführung
ausführlich


Kurzfassung

Lizenzhinweis (CC)
Ortschaften und Weser im <br/>Kreis Minden-Lübbecke
Ortschaften und Weser im
Kreis Minden-Lübbecke
● Gesundheit & Vorsorge
● Gemeinschaftswohnen
● Lebenshilfen für Betroffene
● Selbsthilfe
● Ökologische Ernährung

● Entschleunigung, Slow-Food
● Naturheilverfahren
● Konventionelle Medizin
● Abendlicher Notdienst
● Sozialarbeit, Pflegefachkräfte

● Präventionsforschung
● Kultur, Spaß und Freizeit
● Aktivitäten, Soziokultur
● Bewegung
● Beschäftigung, Arbeit

● Gesundheitsphilosophie
● Einführungsbeiträge

● .. zurück zu / gehe zu ..

GRAFIK: Wikimedia Commons


GESUNDHEIT & VORSORGE IM SOZIALEN DORF

Seit Jahren bekannt und durch Studien und Berichte bestätigt: Dauererwerbslosigkeit und Armut machen krank, nicht selten anhaltend und chronisch. Für die betroffenen Menschen bedeutet dies ein Leben in Mangelernährung und gesellschaftlicher Ausgrenzung, in Hoffnungslosigkeit, Resignation und unter immensem menschlichen Leiden.
Wie alarmierend die Situation ist, zeigt sich daran, daß nach neuesten Erkenntnissen schon die Angst vor Hartz IV bei vielen ALG1-Erwerbslosen zu Arbeitsunfähigkeit führt.

Die schlimmen Folgen von Armut und Hartz IV sind aber auch bedeutende Mitverursacher für die chronisch hohen Gesundheitskosten - für Betroffene, Beitragszahler und Gesellschaft ein teurer Widersinn, der seinesgleichen sucht.
"Im Sinne von Menschlichkeit, sozialer & ökonomischer Nachhaltigkeit sind Gesundheitsvorsorge für soziale Benachteiligte eine der bedeutensten Aufgaben für Gegenwart und Zukunft" meint die Initiative für ein Soziales Dorf. "Die Gesellschaft will mehr Engagement für sozial Betroffene. Und sie will vor allem ein gesundes soziales Miteinander im wahrsten Sinne des Wortes!" .. und bietet dieses umfassende Pilotprojekt für Gesundheit und nachhaltige Prävention im Gesundheitswesen als ganzheitlichen Lösungsansatz an.


Die Handlungsfelder im Bereich Gesundheit werden konkret vor allem Depressionen und ähnliche Beschwerden sein, Burn-Out, psychosomatische Erkrankungen sowie chronische Krankheiten im Allgemeinen.
Depressionen und depressive Störungen nehmen in Deutschland, der EU und weltweit seit Jahren immer mehr zu. Dieser Trend wird laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) leider weiter anhalten. Daher hat die Initiative im Sommer 2010 beschlossen, die umfassende ganzheitliche Behandlung von Depressionen unter Anwendung alternativmedizinischer Methoden zu einem Schwerpunkt des Gesundheitskonzeptes zu machen.
Das Landprojekt in seiner ökoSozialen Vielfalt und beabsichtigten Ausgestaltung bietet dafür nach Ansicht der Initiative beste Voraussetzungen - mehr dazu in einem späteren Beitrag.

Die sog. Zielgruppe sind vor allem Langzeiterwerbslose und Menschen in Einkommenarmut. Neben einer umfassenden Stabilisierung der Lebenssituation, Vollwertlebensmitteln aus Ökokantine und Hofladen, vielfältigen kulturellen und Freizeitangeboten können auf dem Dorfgelände traditionelle & moderne Naturheilverfahren wahrgenommen werden.

Die Erfahrungen und Erkenntnisse für die Gesundheitsvorsorge dürften (teilweise) auch auf chronische Beschwerden grundsätzlich, sprich auch bei Nichterwerbslosen, anwendbar sein.
Besonders interessant für Gesundheitswesen und Gesellschaft aber dürfte die Ausrichtung ganzheitliche Behandlung von Depressionen sein. Aufgrund der dringenden, ja alarmierenden Situation ist neue therapeutisches Wissen ausgesprochen wertvoll - wie eine aktuelle Meldung aus Japan erkennen lässt.

Einzelheiten über das gesundheitliche Konzept in den folgenden Absätzen ...

FOTO: Pixelio / Angelsami
LETZTE AKTUALISIERUNG: 8. September 2010

GEMEINSCHAFTSWOHNEN


Als erster Lösungsansatz ist die Idee nachbarschaftlichen Wohnens auf einem größeren Bauernhof entstanden, in einer Art Siedlung, wie in einem kleinen Dorf.
Der Wohnraum für die BewohnerInnen wird durch jeweils abgeschlossene Wohnungen verschiedener Größe und Ausstattung in mehreren Wohngebäuden auf dem Gelände bereitgestellt - ausdrücklich nicht in der wenig individuellen, einengenden Form sog. WGs, den Wohngemeinschaften aus früheren Zeiten.

Allgemein ausgedrückt soll die konkrete Realisierung des Wohnens im Sozialen Dorf die positiven Eigenschaften eigenen, persönlichen Wohn- und Lebensraumes mit den Vorteilen von Gemeinschaften miteinander kombinieren.
Moderne Techniken wie Permakultur und Erfahrungswerte existierender Gemeinschaften (z.B. Ökodörfer) werden herangezogen, um eine möglichst individuelle Form des Gemeinschaftswohnens in die Praxis umzusetzen.

Für gemeinschaftliche Nutzung sind eine Kantine sowie Räumlichkeiten für soziale und kulturelle Zwecke vorgesehen, wie eine Bücherei, ein Club- & Internetraum für Gruppen sowie eine offene Tagescafeteria mit Außenanlage. Diese Räumlichkeiten sollen in einer zentralen Gebäudeanlage, dem Dorfzentrum untergebracht werden.

Der Ausbau zu einer Nachbarschaftssiedlung soll Unterkunft und Lebensraum für derzeit noch grob geschätzt 80 - 150 Menschen bereitstellen. In den Berechnungen wird derzeit von 120 BewohnerInnen ausgegangen.

FOTO: Pixelio / RainerSturm

PRAKTISCHE LEBENSHILFEN FÜR BETROFFENE

Nun ist das grundsätzliche Vorgehen bei heftigen seelischen Krisen, stabilisierend auf die Lebenssituation des Betroffenen einzuwirken. Das erste Mittel der Wahl sind Lebenshilfen für die Betroffenen, in sachlich-nüchterner Ausdrucksweise oft als niederschwellige Angebote bezeichnet.
Dazu gibt es eine Auswahl verschiedenster Unterstützungsleistungen, von allgemeiner Sozialberatung über Umzugshilfe bis zu materiellen Hilfen.

Wichtig dabei ist, den Betroffenen mit Rücksichtnahme, Verständnis und Menschlichkeit zu begegnen. Günstig wäre außerdem ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis, um menschliche Nähe zu vermitteln und bei akutem Bedarf helfen zu können.
Der Hintergrund ist, daß starke psychische Probleme oft eine traumatische Ursache haben, was akute bzw. regelmäßige auftretende seelische Notlagen zur Folge hat.
Hier sind Personen des Vertrauens, gute Nachbar oder FreundInnen die beste Ersthilfe, natürliche Heil- und Notfallmittel beispielsweise für eine Behandlung von Panikattacken oder traumatischer Störungen stehen inzwischen zur Verfügung.

FOTO: Pixelio / nexabixle

SELBSTHILFE IN DER NACHBARSCHAFT

Über den Selbsthilfegedanken wurde auf den Projektseiten hier bisher wenig geschrieben. Kein Wunder, denn das Soziale Dorf ist alles andere als ein reines, ausschließliches Selbsthilfeprojekt.
Es stützt sich jedoch sehr wohl auch auf den Gedanken des gegenseitigen-einander-Helfens. Wer aufmerksam gelesen hat, erkennt den Selbsthilfegedanken im Ansatz nachbarschaftliches Wohnen verwirklicht.

Die Nachbarschaft ist eine sehr tradionelle Form des Wohnens, die man weltweit in vielen Ländern antrifft. Das gegenseitige Helfen in der lokalen Gemeinschaft hat sich in der Nachbarschaftshilfe sehr bewährt.
Eben dieser Nachbarschaftsgedanke - die Vorstellung sich gegenseitig mit Rat und Tat zu unterstützen - war Ausgangspunkt für die Entstehung der Projektidee Soziales Dorf. Denn mitmenschliche Nachbarschaftshilfe ist dem Wesen nach nichts anderes als Selbsthilfe. Eine sehr ähnliche Denkweise über notwendige Primärprävention findet man übrigens beim SVR Gesundheit wieder.

Will man Selbsthilfe bestmöglichst berücksichtigen, muß man auch deren Grenzen kennen und akzeptieren. Anhaltende Depressionen eines Dorfbewohners beispielsweise ausschließlich durch Verständnis, Vermittlung eigener Erfahrungen und gutgemeinte Ratschläge bessern zu wollen, würde die Schwere derartiger Belastungen verharmlosen. Und, das würde alle DorfbewohnerInnen menschlich überfordern.
Hier müssen weitere Unterstützungsmaßnahmen her, vor allem auch (alternativ-)medizinischer Art! Kurz gesagt, erst die klug abgestimmte Mischung gesundheitswirksamer Maßnahmen kann die positive Wirkung von nachbarschaftlicher und Gruppenselbsthilfe im Sozialen Dorf zur vollen Entfaltung bringen.


BEACHTE: Selbsthilfe im Gesundheitswesen entwickelt sich auf freiwilliger Basis durch das Engagement von Betroffenen. Selbsthilfegruppen können und werden nicht "von oben herab" geplant.
Konkrete Selbsthilfeaktivitäten im Sozialen Dorf können an dieser Stelle nicht genannt werden. Das Konzept ist diesbezüglich so angelegt, Anregungen, Aktivitäten von BewohnerInnen zu fördern und ggf. notwendige Resourcen und organisatorische Hilfen bereitzustellen. Auf Wunsch kann auch eine fachliche Begleitung von Gruppen erfolgen.
Das offene Grundkonzept des Dorfes bedeutet hier, daß auch NichtdorfbewohnerInnen an allen Selbsthilfeaktivitäten teilnehmen können.

FOTO: Pixelio / hofschlaeger

ÖKOLOGISCH ANGEBAUTE
LEBENSMITTEL, ÖKOKANTINE & -CAFETERIA

Ein wichtiger gesundheitlicher Aspekt ist die Grundversorgung mit naturbelassenen Nahrungsmitteln in Bioqualität, und das zu einem für ALG2-EmpfängerInnen bezahlbaren Preis. Aufgrund der Direktversorgung durch eigenen ökologischen Land- und Gartenbau können die Preise niedrig gehalten werden, günstigenfalls so preiswert, daß diese Ökoprodukte an die DorfbewohnerInnen zu den Kosten normaler Lebensmittel abgegeben werden.
Landwirtschaftliche Erzeugnisse des Ökohofes werden in der Gemeinschaftskantine zur Zubereitung von Mahlzeiten für das gesamte Dorf weiterverarbeitet, über den Eigenbedarf hinausgehendes im Hofladen zum Verkauf angeboten.

Die dorfeigene Ökokantine wird zu allen Tageszeiten Speisenangebote in Bioqualität bereitstellen. Vorgesehen ist dabei eine Abgabe an sozial Benachteiligte DorfbewohnerInnen zu Sozialpreisen ist - Preisvorstellung beispielhaft ca. 1,50 € für ein vollständiges Mittagsmenü.
Eine Entscheidung, für den zusätzlichen Einkauf ökologischer bzw. bioangebauter Produkte für Ökokantine und Hofladen nur bei zuverlässigen Erzeugern zu bestellen, wurde bereits getroffen.

FOTO: Pixelio / brit

ENTSCHLEUNIGUNG UND 'SLOW FOOD'

Von Anfang an war das Soziale Dorf als Ort geplant, an dem Hektik und Streß besser draußen bleiben sollten, besonders dabei in der Ökokantine und allen anderen gastronomischen Bereichen.
Auch regionaltypische Erzeugnisse sowie bewußtes Essen und Trinken - wesentliche Merkmale der Slow Food-Lebensweise - wurde bereits diskutiert, deren Verwirklichung beschlossen. Es bietet sich also wie von selbst an, die Ideen der Slow Food-Bewegung im gesamten Dorf umzusetzen.

Eine sehr ähnliche gesellschaftliche Bewegung ist die sog. Entschleunigung, kurz und einfach ausgedrückt: Alles ein wenig langsamer und bewußter tun.

Slow Food und Entschleunigung des Alltagslebens, sind hervorragend passende Ergänzungen zu den Präventions- und Gesundheitszielen. Sie sollen helfen, aufgestauten Streß durch Arbeitslosigkeit bzw. Leben in Armut abzubauen.
Beides soll daher auf jeden Fall in die spätere Verwirklichung des Sozialen Dorfes im Mühlenkreis einfliessen.

FOTO: Pixelio / tommyS

NATURHEILVERFAHREN: TCM,
AYURVDA, HEILPFLANZEN- & AROMATHERAPIE

Es ist allgemein bekannt, daß naturheilkundliche Methoden gute Chancen für eine grundsätzliche Besserung oder sogar Heilung chronischer Erkrankungen bieten. Und die Akzeptanz der sog. Alternativmedizin bei den Menschen ist groß.
Inzwischen erkennen das auch die Krankenkassen und es wächst die Bereitschaft, die Kosten für Behandlungen mit Naturheilmethoden zu übernehmen.

Im Sozialen Dorf soll(en) Heilpraktiker bzw. praktizierende Mediziner aus verschiedenen Bereichen der europäischen und nichteuropäischen Naturheilkunde angesiedelt werden. Wegen der allgemeinen Akzeptanz sind dafür bisher die Heilpflanzen- und Aromatherapie, die traditionell chinesische Heilkunde und indische Ayurveda vorgesehen.
Besonders interessant wären hier Personen, die Erfahrungen in der praktischen Anwendung der sog. Neuen Therapien (nach Dietmar Krämer) haben. Der Heilpraktiker aus Hanau hatte in jahrelanger Arbeit wichtiges neues Grundlagenwissen für die Therapiepraxis mit naturheilkundlichen Verfahren erarbeitet.
Die Naturheilmediziner können sowohl BewohnerInnen des Dorfes als auch Menschen aus der Umgebung behandeln.

Eine wichtige Rolle im Sozialen Dorf wird auch die Ernährungstherapie der TCM spielen. Die Ernährung nach den fünf Elementen mag sich für Laien sehr nach Diät und Verzicht anhören, bedeutet sie tatsächlich aber nicht - im Gegenteil. Chinesische Speisen sind meist vielfältig und geschmacklich reizvoll.
Die Kombination von selbstangebauten ökologischen Land- und Gartenbauerzeugnissen zusammen mit Heilpflanzen, Kräutern und Gewürzen von TCM und Ayurveda eröffnet neue Möglichkeiten, die traditionellen Ernährungsphilosophien aus China und Indien in einem ernährungstechnisch hochwertigen Speiseplan der Ökokantine umzusetzen.

FOTO: Wikimedia Commons

KONVENTIONELLE MEDIZIN IM DORF

Das Gesundheitskonzept des Sozialen Dorfes setzt auf Naturheilwissen und -methoden westeuropäischer und traditioneller asiatischer Kulturen - noch bis vor Kurzem ausschließlich. Wissen aus neuerer Zeit sowie die bessere Verfügbarkeit z.B. von ätherischen Ölen erweitern die Chancen erfolgreich angewendeter Alternativmedizin ständig.

Diskussionen zwischen Ideengeber Detlef und Christine im April / Mai 2010 haben hier eine Veränderung bewirkt. Aus sehr praktischen Gründen werden jetzt auch Anwendungen und Medikamente aus der konventionellen Medizin berücksichtigt.

Schließlich kann der Fall eintreten, daß jemand ins Soziale Dorf zieht, der bereits Medikamente einnimmt, auf die dessen Beschwerden gut ansprechen, die den Leidensdruck vermindern und mit denen er / sie eben gut klarkommt. Ein besonderer Fall wäre dabei Menschen, die (oft bereits längere Zeit) spezielle Psychopharmaka einnehmen.
Hier indirekt in laufende Anwendungen einzugreifen, und zwar in der Form, daß eine Weiterführung im Dorf nicht möglich sein sollte, wäre alles andere als zweckdienlich und nicht im Sinne der betroffenen Menschen.


Wie am Beitragsanfang erläutert hatten Überlegungen ergeben, daß Gesundheitskonzept und alternativmedizinische Handeln gezielt nach Depressionen, depressiven und ähnliche Störungen auszurichten.
Damit werden natürlich auch aufgeschlossene Psychologen bzw. Psychotherapeuten im Dorf notwendig, die aller Wahrscheinlichkeit nach bisher eher konventionell-therapeutisch tätig waren.

FOTO: Pixelio / doro52
LETZTE AKTUALISIERUNG: 8. September 2010

ABENDLICHER AKUTHILFEDIENST

Aus der Erfahrungswelt von Menschen mit gesundheitlichen Belastungen sind drei akute Problemsituationen besonders zu beachten: Schockzustände bzw. Panikanfälle, chronische Schmerzen und anhaltende Einschlafstörungen.
Obwohl es in Einzelfällen sicher seinen Zweck erfüllen kann, ist es alles andere als sinnvoll, derartige Beschwerden durch konventionelle Schmerz- oder Schlafmittel einfach wegzubetäuben. Auf der anderen Seite aber sollen die DorfbewohnerInnen nicht unversorgt bleiben. Hier soll nach dem Grundansatz Alternativmedizin die Naturheilkunde zum Einsatz kommen.

Kurz, da es für alle drei Fälle verschiedene naturheilkundliche Möglichkeiten gibt, hat sich nach und nach die Vorstellung entwickelt besonders für die Abend- und frühen Nachtstunden eine alternativmedizinische Akuthilfe einzurichten.
Auch für Menschen in Phasen von Depressionen wäre ein solcher abendlicher Dienst ein geeignete Hilfestellung, um ihnen die Situation in den dunklen Stunden des Tages erträglicher zu gestalten.

Für den Präventionsgedanken allgemein ist es ausgesprochen zweckmäßig, akuten oder andauernden Beschwerden zum Zeitpunkt ihres Auftretens therapeutisch begegnen zu können. Bei kontinuierlich erscheinenden Beschwerden eines Dorfbewohners kann man so über Tage und Wochen recht effektiv erarbeiten, auf welche Haus- bzw. Heilmittel dieser besonders gut anspricht. Entsprechend der Ernährungstherapie kann das auch ein Obstsalat aus ausgewählten Fruchtsorten sein oder individuell zusammengestelltes Milchmixgetränk mit natürlichen Zutaten.
Praktisch kann das so aussehen, daß ein(e) qualifizierte Dorfmitarbeiter(in) in Abstimmung mit den praktizierenden Medizinern des Hofes bei Bedarf Naturheilmittel oder auch eine Schmerztablette verabreichtet, hilfreich dabei, einen Kräutertee oder ein anderes Hausmittel zuzubereiten oder einfach Gesellschaft leistet, um den Leidensdruck zu mindern.

Bei chronischen Schmerzen beispielsweise hat sich vor allem Ingwer bewährt, bereits vor Jahren durch eine Studie nachgewiesen. Die Ingwerwurzel ist eine alte Heilpflanze, die nicht zufällig auch in der Ayurveda (Indien) und der TCM (China) ihren fest Platz hat.
Nicht ganz zufällig ist Tee aus getrocknetem Ingwer auch ein wirksames Mittel gegen hartnäckige Einschlafstörungen. Eine anderes bewährtes Naturheilmittel für die Nachtruhe ist die Bachblüte Oak.

FOTO: Pixelio / thommywe

UNTERSTÜTZUNG
DURCH SOZIALE ARBEIT & PFLEGEFACHKRÄFTE ...

Da man davon ausgehen muß, daß jeden in dem Landprojekt Krisensituationen, resignative Stimmungen bis hin zu wochenlangen schweren Depressionen erfassen können, sind dem Selbsthilfegedanken eindeutig Grenzen gesetzt. Bei aller sachlichen und mitmenschlichen Unterstützung im Dorf kann professionelle Hilfestellung bei Lebenskrisen von BewohnerInnen nicht ersetzt werden.

Vor allem für ein frühzeitiges Erkennen, rasches Reagieren und Abfangen von Krisensituationen, dem Kerngedanken sekundärer Prävention, ist die Arbeit von SozialarbeiterInnen und Fachkräften aus dem Gesundheitsbereich unverzichtbar.
Von entscheidender Bedeutung kann die fachlich-mitmenschliche Begleitung bei Erkrankungen sein, die im Altagsleben erfahrungsgemäß oft viel zu spät diagnostiziert werden, wie beispielsweise bei Depressionen oder der heimtückischen Erkrankung chronisches Müdigkeitssyndrom (CFS).
Hier sind Sozialarbeiter und medizinisch-pädagogische Fachkräfte die wichtige Brücke zwischen Betroffenen und den Alternativmedizinern auf dem Dorfgelände.

FOTO: Pixelio / Mop66

BEGLEITUNG DURCH
GESUNDHEITSWISSENSCHAFTEN
UND / ODER PRÄVENTIONSFORSCHUNG

Die Idee Soziales Dorf ist aus der Lebenswirklichkeit leidvoller Erfahrungen betroffener Menschen geboren. Es handelt sich damit um einen realitätsnahen Lösungsansatz für die Gesundheitsvorsorge (Primärprävention) für (langzeit-)erwerbslose und Menschen in Einkommensarmut.
Bei Interesse von gesundheitswissenschaftlicher Seite bietet es die Voraussetzungen, um als Pilotprojekt für ein nachhaltiges Gesundheitswesen dienen zu können.

Entsprechend den Vorstellungen des SVR Gesundheit und aus eigenen Überlegungen heraus ist eine ständige sozial- bzw. gesundheitswissenschaftliche Begleitung des Projekt vorgesehen.
Darüberhinaus ist es sicher sinnvoll, Möglichkeiten vorzusehen, daß externe Gesundheitswissenschaftler Fakten, Eindrücke & Erkenntnisse umittelbar vor Ort im Sozialen Dorf sammeln, aufbereiten und auswerten können. Für mehrtägige oder längere Aufenthalte vor Ort ist vorgesehen, Übernachtungsgelegenheiten mit Verpflegung und darüberhinaus Notwendiges bereitzustellen.

Für den Fall einer Projektverwirklung ist dies als allgemeines, offenes Angebot an Universitäten, Forschungseinrichtungen und gesundheitsrelevante Organisationen zu einer sinnvollerweise dauerhaften Zusammenarbeit zu verstehen.

FOTO: Pixelio / tkoelsch

KULTUR & SPASS,
FREIZEITGESTALTUNG ALLGEMEIN

Zu den wichtigen Aufgaben für das Gemeinschaftswohnprojekt auf dem Land gehört, im Sozialen Dorf verschiedenste Möglichkeiten für die Verwirklichung persönlicher Interessen, die Gestaltung der eigenen Freizeit und an Kultur bereitzustellen.
Dazu gibt es bisher grundsätzliche Überlegungen, einige Vorstellungen und Hinweise sowie weitere Ideen, die meist noch nicht niedergeschrieben sind.

Die Weiterentwicklung des Bereichs Freizeit & Kultur ist noch in Bewegung, und das wird auch geraume Zeit so bleiben. In Gesprächen entstehen neue Anregungen, die zunächst "vordiskutiert" werden müssen, bevor sie nach Veröffentlichung unter Gestaltungsdiskussion in das Vorhaben einfließen - ein wichtiger basisdemokratischer Prozeß für die Berücksichtigung der Bedürfnisse der späteren DorfbewohnerInnen.

FOTO: Pixelio / Juttaschnecke

AKTIVITÄTEN, SOZIOKULTURELLE ANIMATION

Geplante Aktivitäten im Sozialen Dorf durch sog. soziokulturelle Animation sind als zusätzliche Angebote zu verstehen.

Auch hier gibt bereits es manche Überlegungen wie beispielsweise eine Internetlernwerkstatt, praktische Workshops über ökologische oder (multi-)kulturelle Themen oder ein überregionales Medienprojekt 'Das Soziale Dorf im Netz'. Im Rahmen eines medialen Projektes in Ton und Bild über das Alltagsleben im Dorf zu berichten, ist sicher eine sehr reizvolle wie sinnvolle Idee, ein Beispiel für die sog. Projektmethode in der Sozialarbeit.
Mehr am Alltagsleben orientiert, sind südeuropäische, asiatische oder afrikanische Kochkurse, eine kleine selbstgemachte Dorfzeitung oder das Mitwirken an einem Dorfradio vorstellbar.

Es gilt dabei allerdings zu beachten, daß die bisherigen Überlegungen unverbindlicher Natur sind. Denn alle Aktivitäten haben sich an den tatsächlichen Bedürfnissen, Wünschen und Anregungen der DorfbewohnerInnen zu orientieren.

FOTO: Weserstadt-Minden.de

BEWEGUNG

Bei depressiven Erkrankungen gilt die einfachste Form der Bewegung, Spaziergänge im Grünen und bei Tageslicht, als eine der erfahrungsgemäß besten gesundheitswirksamsten Allgemeinmaßnahmen. "Fast schon eine Behandlung", so lässt es sich im 'Navigator Medizin - Depressionen' nachlesen. Diese Erkenntnis hat sicher auch für manche andere psychische Gesundheitsbelastungen Gültigkeit.
So sind in der Detailplanung des Dorfgeländes bereits berücksichtigt worden, entsprechend viele Wege anzulegen, Wege für Fußgänger, Jogger, Radfahrer und Kleinfahrzeuge, die auch bei nassen, matschigen Wetter benutzbar sein müssen.

Andere Bewegungsmethoden, die für eine Anwendung im Sozialen Dorf bevorzugt in Frage kommen, sind Gymnastik und Bewegungstherapien. Auch das chinesische Qigong gehört grundsätzlich in diese Kategorie, obwohl diese fernöstlichen Harmonisierungstechnik nicht nur aus Bewegungsübungen bestehen.

Für leichte sportliche Betätigung kommen schließlich Joggen, Nordic Walking und vor allem das Radfahren in Frage. Die zweirädrigen Gefährte dafür können den BewohnerInnen zur Nutzung ggf. zur Verfügung gestellt werden.

Deutlich sportlichere Formen an Bewegung werden ebenfalls berücksichtigt. Hier gilt es allerdings zu beachten, daß leistungsorientierte sportliche Aktivitäten für Menschen, die sich in akuten depressiven Phasen befinden, nur sehr zurückhaltend anzubieten sind.
Aufgrund persönlicher Erfahrungen von Initiativenmitglied Detlef und nach letzten Überlegungen bieten sich Bootssportarten wie Drachenboot besonders an. Drachenbootfahren kann man in (fast) jedem Alter, die Intensität sportlicher Betätigung ist frei wählbar.
Von Vorteil dabei, daß seit Jahren gute Kontakte zur KSG Minden und anderen Mindener Bootssportvereinen bestehen. Für bootssportliche Aktivitäten ist eine Zusammenarbeit beispielsweise mit der KSG durchaus denkbar.
Aus diesem Grund soll übrigens für das ökoSoziale Dorf ein Gründstück an oder nahe der Weser bevorzugt werden.

FOTO: Pixelio / Albrecht E. Arnold

BESCHÄFTIGUNG UND ARBEIT

Das Dorfzentrum, der angeschlossene Biobauernhof und andere Bereiche im Dorf stellen vielfältige Möglichkeiten an bezahlter Beschäftigung für die BewohnerInnen bereit. Das können eine Beschäftigung in der Kantine, im Hofladen oder der Landherberge sein, handwerkliche oder Hausmeisterarbeiten für das Dorf oder Arbeit im Ökolandbau bzw. dem Anbau von Kräutern & Heilpflanzen sein.

Feste Arbeitsplätze entstehen auch durch organisatorische bzw. Verwaltungsaufgaben für das Soziales Dorf sowie durch die notwendige Öffentlichkeitsarbeit.
Letztere ist bei einem umfangreichen Gemeinwesensprojekt wie diesem von besonderer Wichtigkeit: Die Gesellschaft hat schließlich ein Recht zu erfahren, was mit ihrem Geld geschieht, wie damit umgegangen wird und was im Ergebnis dabei herauskommt.

Bitte Hinweise im nächsten Absatz beachten ..

FOTO: Pixelio / RainerSturm

DORFAUFGABEN: GESUNDHEIT HAT VORRANG ! -
PHILOSOPHIE DES PROJEKTES

Arbeit ist hier im sozialen Gesundheitsprojektdorf ausdrücklich nicht Bedingung, sondern ein Angebot, das die oder der erwerbslose DorfbewohnerIn wahrnehmen kann, aber nicht muß.
Die Entscheidung, an den alltäglichen Arbeitsaufgaben des Wohn- und Zentrumbereiches oder des Ökobauernhofes teilzunehmen, trifft jede(r) BewohnerIn selbst. Nur sie bzw. er kann die eigene körperliche und seelische Verfassung objektiv einschätzen: Das menschliche Empfinden ist das richtige & beste Messinstrument für das eigene Befinden.

Ausgeübter Zwang dagegen würde die Signalwirkung auftretender Beschwerden überschatten, eine Früherkennung von Lebenskrisen oder Krankheitssymptomen ernsthaft in Frage stellen und damit dem Projektziel Gesundheitsvorsorge (hier: Früherkennung, Sekundärprävention) insgesamt zuwiderlaufen.
Anders ausgedrückt: Pflicht, Druck oder Zwang zu Arbeit auf dem Hof würde die große Gefahr mit sich bringen, daß Leistungsanforderungen oder eine Flucht in Arbeit des Betroffenen selbst frühzeitige gesundheitswirksame Maßnahmen verhindern!

Die Philosophie der sozialökologischen Präventionsidee setzt auf die natürlichen Lebens- und Antriebskräfte des Menschen. Jeder Mensch hat den ureigenen Wunsch etwas zu leisten, nach Aktivität, Tätigkeiten, die dem Gemeinwesen Werte schaffen und ihm selbst Genugtuung und Zufriedenheit bringen.
Für Zeiten, in denen das nicht so ist, also wenn sich angestaute Hoffnungslosigkeit und Resignation, akute Lebenskrise oder Krankheit(en) ausbreiten, stehen dem Betroffenen verschiedenste Hilfsangebote des Gesundheits- und Präventionsprojektes Soziales Dorf zur Verfügung.

FOTO: Pixelio / Nanjo

Die beiden einführenden Beiträge ...
Einführungsbeitrag | Kurzfassung


AUTORENHINWEIS

Autor & Konzeptentwicklung: Detlef Müller, Minden (NRW)

Quelle: 'Soziales Dorf im Mühlenkreis' (bei Hartz IV im Netz)



Rechtshinweis: Urheberrechtserklärung | ERLÄUTERUNG: WOZU DAS GANZE ... ?

DER AUTORENHINWEIS WURDE HINZUGEFÜGT AM:
Montag, 8. August 2011




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Updated  Sunday, June 06, 2010    Written by soziales dorf (prävention)    9069  reads

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